Die Unterelbe'sche Eisenbahn
Etappe 2:
Harburg-Tempo Werk - Agathenburg
Harburg Tempo Werk:
1976 hält gerade ein Zug der damaligen "City - S-Bahn" an der Station Tempo Werk in Hamburg Harburg. Die Blickrichtung geht hier in Richtung Harburg.
Harburg - Tempowerk (1945 - 1984)
Harburg Tempo Werk
(Stillgelegte Station, Reaktivierung (S-Bahn) ist beantragt).
Bei Bostelbek entstand um 1934/35 die Automobilfabrik Vidal & Sohn.
Unter dem Namen „Tempo“ und „Matador“ entstanden hier die markanten dreirädrigen Lastwagen, die zunächst noch mit Zweitakt Motoren und eine halbe Tonne Nutzlast transportieren konnten.
Zuvor hatte die Firma seit 1928 in Hamburg - Wandsbek den Vorläufer dieser Nutzfahrzeuge produziert.
Wegen Platz- und Kapazitätsproblemen wurde das Werk dann aber in 1935 an den südwestlichen Stadtrand Hamburgs verlegt.
Schnell entwickelte sich der „Tempo“ weiter, ein Viertak Motor ermöglichte höhere Nutzlasten.
In den folgenden Jahren zu einem günstigsten und gefragten Kleintransporter in ganz Deutschland.
Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg waren diese Kleinlaster aus Hamburg immer mehr gefragt, das Werk expandierte weiter.
Immer mehr Mitarbeiter wurden eingestellt, die als Pendler mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fuhren, bzw. wieder in den Feierabend fuhren.
Aus diesem Grund wurde kurze Zeit nach dem zweiten Weltkrieg für die pendelnden Werksarbeiter an der Unterelbebahn zwischen den Stationen Hamburg Niederelbe und Hamburg Hausbruch ein extra Haltepunkt errichtet, die Station Tempo-Werk.
Das genaue Datum der Stationseröffnung ist unbekannt.
Nach 50 Jahren wurde das Tempo Werk im Jahr 1978 geschlossen.
Die Bahnstation „Tempo-Werk“ belieb noch bis zum 4. August 1984 als Haltepunkt im Personennahverkehr geöffnet.
Durch die Einbetriebmahme der S-Bahnlinie S3 bis Neugraben wurden die Stationen Unterelbe, Tempo-Werk und Hausbruch mehr weiter bedient und abgebaut.
Allerdings wurde in Bostelbeck keine S-Bahn Station für die geschlossene Station Tempo Werk eröffnet, obwohl auf dem ehemaligen Werksgelände sich viele Betriebe angesiedelt haben, die in einer Initiative zusammengeschlossen, seit Jahren auf eine Reaktivierung der S-Bahn Haltestelle drängen.
1949 - Luftbild Tempo Werk, Unterelbebahn - koloriert
1976 - Haltepunkt Tempo Werk - koloriert
Harburg - Hausbruch (1899 - 1984)
Harburg Hausbruch
(stillgelegte Station)
Die Umgebung der Ortschaft Hausbruch, die Region Harburger Berge, war schon zum Ende des 19. Jahrhunderts ein äusserst beliebtes Naherholungsgebiet für die Menschen aus den in der Nähe liegenden Großstädten Altona, Hamburg und Harburg.
Ausflügler aus Altona und Hamburg nahmen vor Eröffnung der Unterelbebahn meist eine Dampffähre bis Moorburg.
Von hier aus wanderten die Menschen dann zu Fuß weiter bis nach Hausbruch.
Von Harburg reiste man mit Kutschen an.
Im Jahr 1899 wurde, wegen der Popularität der Region, an der Niederelbebahn Harburg-Cuxhaven ein neuer Bahnhof, die Station "Hausbruch" eröffnet.
Das Betriebsgebäude der Station war anders, als die meisten anderen Bahnhöfe an der Unterelbebahn, kein Bau aus Ziegelsteinen, sondern wurde in Fachwerkbauweise gerrichtet.
Die Harburger Berge waren jetzt für die Großstädter noch schneller als bisher erreichbar.
Damals gab es hier im Ort Hausbruch viele Hotels und Pensionen, in allen Preisklassen, die auf zahlende Gäste warteten.
Auf Tagesgäste und länger verweilende Urlauber warteten diverse Ausflugslokale.
In den Sommermonaten konnte man sehr gut in den Wäldern auf den Hügeln in der Umgebung wandern.
Es gab dort sogar eine Sommerrodelbahn!
Der Wildpark "Schwarze Berge" lud und lädt heute immer noch die Gäste ein, heimisches Wild in Freigehegen zu besuchen!
Im Winter, frühere Winter waren anders als heute konnte man sogar Ski laufen, es gab sogar einen Skilift!
Wie gesagt ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet, bis weit i9n das 20te Jahrundert.
Im Jahr 1938 wurde Hausbruch durch das Groß-Hamburg-Gesetz ebenfalls Hamburg zugeschlagen.
Im Jahr 1984 wurde die S-Bahn-Linie S3 bis nach Neugraben eröffnet.
Der Bahnhof in Hausbruch wurde abgerissen.
Die zwei Bahnübergänge hier wurden geschlossen und durch je eine Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung ersetzt.
Direkter Straßenverkehr zwischen den links und rechts an der Bahn liegenden Ortsteilen ist seither nicht mehr möglich.
Die nächste Bahnstation für die Bürger Hausbruchs ist nun die gleichnamige Station "Neuwiedental", am Ortsrand, in der Nachbargemeinde.
1899 - Station Hausbruch, E. Deppes Hotel - PK koloriert
1975 - Bahnhof Hausbruch - koloriert
Neugraben (1881)
Neugraben
S-Bahn Station Hamburg - Neugraben
Gegen Ende der 1870er-Jahre wurden auch durch den nahe der Stadt Harburg liegenden Ort Neugraben- Fischbeck die Gleise für die Unterelbe'sche Eisenbahn von Harburg nach Cuxhaven verlegt.
Mit dem Aufbau einer eigenen Bahnstation änderte sich auch das Leben der in dem Ort Neugraben und Fischbeck ansässigen Menschen.
Der Anschluss an die Eisenbahn trug hier nun entscheidend dazu bei, dass die beiden Orte Neugraben und Fischbeck auch für Pendler attraktiv wurden, die in den Harburger Fabriken arbeiteten oder die aus der Großstadt nun hierher in das Umland zogen.
Auch siedelten sich wegen des Bahnanschluss inn der Gegend nach und nach auch verschiedene Industriebetriebe an.
Am 1. April 1881 wurde im Zuge der ersten Teilstrecke der Unterelbe'schen Eisenbahn-Gesellschaft der Bahnhof Neugraben eröffnet.
Der an der 103,6 km langen Niederelbebahn von Hamburg-Harburg nach Cuxhaven liegende Bahnhof wurde von der Bevölkerung Neugrabens damals gerne angenommen und war von Anfang an gut frequentiert.
Die Gesamtstrecke wurde am 11. November 1881 dem Verkehr übergeben.
Das Empfangsgebäude, ein üblicher Standardentwurf der UEEG aus Backstein erhielt im Laufe der Jahre mehrere bedarfsgerechte Anbauten.
Im Jahr 1982 wurde das Empfangsgebäude und die weiteren Bahnbauten abgerissen durch einen modernen Neubau für die S-Bahn ersetzt, der 1984 eingeweiht wurde.
Die Regionalzüge, die ab Mitte der 1960er Jahre zwischen Harburg und Stade sämtliche Stationen anfuhren endeten nun in Neugraben.
Die Eilzüge die von Cuxhaven die gesamte Unterelbebahn bedienten hielten ebenfalls bis zum Fahrplanwechsel 2007 in Neugraben.
Die heute hier verkehrende Regionalexpress von Start Unterelbe (vorher Metronom) hielten nur bei eingschränktem S-Bahn Betrieb (z.B. Streckenerneuerung etc.) in Neugraben.
Der Bahnsteig für die Unterelbebahn ist hier heute also weitgehend verwaist.
In den nächsten Jahren, so die Pläne der S-Bahn, soll die Station in Neugraben aufwendig „aufgefrischt“ werden.
Zum S-Bahnhof soll ein neues Gebäude inklusive Kiosk und Treppenanlage führen, zwei Aufzüge den Zugang barrierefrei gestalten.
Voraussichtlich 2020 sollen diese Arbeiten fertig sein.
Der alte Zugang soll zurückgebaut werden, das „Park+ Ride“-Gebäude einen neuen, ebenfalls barrierefreien Zugang erhalten.
Und nicht nur an die Autofahrer wurde gedacht.
300 neue Fahrradstellplätze sollen ebenfalls entstehen.
Sämtliche Maßnahmen sollen dann 2022 abgeschlossen sein.
1897 - Bahnhof Neugraben - koloriert
1981 - Bahnhof Neugraben, Strassenseite - koloriert
1982 - Bahnhof Neugraben, Gleisseite - koloriert
1982 - Bahnhof Neugraben, kurz vor Abriss - koloriert
Daerstorf (1905)/Neu-Wulmstorf (1969)
Daerstorf / Neu- Wulmstorf
Die Unterelbe'sche Eisenbahn zwischen Harburg und Cuxhaven wurde 1881 nördlich des Vosshusener Siedlungsgebiets, unterhalb der Geest und ohne einen Halt in nächster Nähe der Gemeinde eröffnet.
Durch den Bau der Eisenbahnstrecke selbst sowie durch den Bezug von Sand und Kies für den Bahndamm der Unterelbebahn aus den Wulmstorfer Sandgruben ganz in der Nähe wuchs die Siedlung Neu Wulmstorf sehr schnell.
Dadurch entstand der Bedarf nach einem eigenen Bahnhaltepunkt in der Nähe der Gemeinde.
Nur 1200 Meter westlich der Ortschaft hatte die Kiesgrube Ketzendorf einen eigenen Bahnanschluss.
Die Kiesgrube lag südlich der Hamburger Chaussee, der heutigen Bundesstraße 73.
Am 05.Januar 1905 wurde südlich des heutigen Neu Wulmstorfs der Haltepunkt Daerstorf, nach Mitfinanzierung durch die Gemeinden, nahe Daerstorf eröffnet.
Der Bahnhaltepunkt erhielt ein kleines Empfangsgebäude.
Um den Personenverkehr anzukurbeln wurden vergünstigte Tages- Rückfahrkarten in das Naherholungsgebiet „Harburger Berge“ nach Hausbruch oder auch nach Hamburg augegeben.
Auf der Gegenstrecke konnte man mit einem Tages- Ticket in das Nordseebad Cuxhaven fahren.
Der Ort wuchs mit der Zeit und der Pendler Verkehr nach Hamburg nahm immer weiter zu!
In den ersten Jahren nach Eröffnung der Station gab es in der Nähe nur wenige Häuser.
1910 eröffnete der Gastwirt H.Lohmann aus Ketzendorf in der Nähe das beliebte „Gasthaus zum Bahnhof“.
Was das Geschehen um den Bahnhof belebte!
Lohmann war sehr umtriebig.
Er eröffnete in der Nähe des Bahnhofs den ersten öffentlichen Fernsprecher.
Im Laufe der Zeit wechselte das frühere Lohmannsche Gasthaus mehrmals den Namen und hieß zuletzt „Schimmelreiter“.
Seit 1999 stand das Gebäude leer und verfiel zusehend.
Nach Brandstiftung wurde es 2011 abgerissen.
Auf dem leer stehenden Grundstück wurde 2016 ein Neubau mit Wohnungen und Geschäften errichtet.
Reger Warenverkehr durch Landwirtschaft und produzierendes Gewerbe in der Umgebung führte 1915 zur Einrichtung eines von Lohmann betriebenen Güterschuppen mit gebührenpflichtiger Güterwaage an einem neu verlegten Güterverladegleises der Bahn.
Angeliefert wurden unter anderem Düngemittel und Hausbrand Kohle, für die Lohmann auch noch einen Kohlehandel eröffnete.
Dieses Verladegleis wurde noch bis 2001 regelmäßig genutzt.
Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude, ein Fachwerkbau aus der Eröffnungszeit der Station, wurde in den 1950er Jahren durch einen Neubau ersetzt.
Zum Fahrplanwechsel 1969 wurde die Station in Daerstorf in Neu Wulmstorf umbenannt.
Zur Anbindung an die Hamburger S-Bahn wurde der Bahnhof 2007 erheblich umgestaltet.
Der beschrankte Bahnübergang wurde durch Unterführungen für Straßenverkehr und Fußgänger bzw. Radfahrer ersetzt, das alte Wärterhaus und das Empfangsgebäude aus den 1950er Jahren wurden abgerissen.
Die Bahnsteige wurden verlängert und nach Westen verlegt.
In den folgenden Jahren wurde eine Buskehre, ein Kiosk, Fahrradunterstände sowie P&R Parkplätze eingerichtet.
Bis 2007 wurde der Bahnhof von Regionalzügen der DB Regio und von der EVB angefahren.
Seit dem 9. Dez. 2007 wird der Haltepunkt von den Zügen der S-Bahn Hamburg bedient.
Mehrfach gab es seitdem Vorschläge für eine Verdichtung des Angebots.
Seit der Eingemeindung Daerstorfs trägt der Haltepunkt nun den Namen Neu Wulmstorf.
Er liegt heute ca. 600 Meter vor der Landesgrenze zu Hamburg auf niedersächdsischem Gebiet.
Gelegen ist der zweigleisige Bahnhof bei 183,5 km an der Unterelbebahn.
1905 - Bahnhof Daerstorf, Einweihung - koloriert
1940 - Bahnhof Daerstorf, Idylle - koloriert
1959 - Bahnhof Daerstorf, Neubau - koloriert
2005 - Bahnhof Neu Wulmstorf, bis 1969 Daerstorf - koloriert
Ein aus Cuxhaven kommender Personenzug auf der Unterelbebahn zwischen Daerstorf und Neugraben. Eine s/w Postkarte aus dem Jahr 1939 (nachkoloriert).
Buxtehude (1881)
Buxtehude
Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Hasen und vom Igel?
Das Märchen spielte sich der Sage nach in der Nähe von Buxtehude ab, einer kleinen Stadt an der Unterelbe, die zur (südlichen) Hälfte (Altkloster) auf der Geest und zur (nördlichen) Hälfte im Moorgürtel zwischen dem Geesthang und den Marschen des Alten Landes liegt.
Von der Stadt behauptet man ausserdem, das hier die Hunde, zu allem Überfluß, hier auch noch mit dem Schwanz bellen!
An diese Geschichten erinnere ich mich gut!
Meine Eltern erzählten mir das jedesmal, wenn wir mit dem in den 1950er Jahren von Cuxhaven nach Hamburg gar nicht so selten mit dem Dampfzug auf der Unterelbebahn nach Hamburg unterwegs waren...
Heute mehr als 60 Jahre später weiß ich, dass das erfundene Geschichten waren, die man mir da erzählte.
Ich versuche jetzt dagegen auch eine Geschichte zu erzählen, die Geschichte der Unterelbe'schen Eisenbahn, die im November 2021 offiziell schon 140 Jahre alt wird.
Hier nun also geht es weiter mit meiner Geschichte, in der ich heute, im sechsten Teil, drei weitere Bahnstationen an der Strecke vorstellen möchte.Und da beginne ich mit Buxtehude:
Im Zuge der Inbetriebnahme des ersten Teilstücks der Unterelbe'schen Eisenbahn von Harburg nach Stade wurde von der Unterelbe'schenEisenbahngesellschaft am 1. April 1881, in der damaligen Provinz Hannover, als erste größere Station nach Harburg UE der Bahnhof der Stadt Buxtehude eröffnet.
Das anspruchslose aber zweckmäßige Stationsgebäude in Ziegelrohbauweise war ebenfalls der übliche Standard Entwurf der Bahngesellschaft und wurde am Tag der Streckeneröffnung in Betrieb genommen.
Errichtet war der Bahnhof als ein zweistöckiges Hauptgebäude mit länglichem, eingeschossigen Anbau.
Im Erdgeschoss befanden sich ein Dienstzimmer mit Fahrkartenschalter sowie eine Bahnhofsgaststätte.
Im Obergeschoss des zweigeschossigen Gebäudeteilss befand sich die Dienstwohnung für den Bahnhofsvorsteher und dessen Familie.
Bereits kurze Zeit nach der Eröffnung entstand am Bahnsteig 1 am Bahnhofsgebäude ein Wetterschutzdach als offene Peronhalle mit anschließendem Warteraum.
Für den Wetterschutz wurden zwei Vordächer errichtet.
Die Bahnstation hatte drei Gleise an zwei Bahnsteigen.
Westlich, quer zu den Gleisen, neben dem Stationsgebäude stand wurde ein beheizbarer Wasserspeicher errichtet, an dem bei Bedarf für die Lokomotiven Speisewasser nachgetankt werden konnte.
Neben dem befestigten Hauptbahnsteig (1) für Gleis 1 direkt am Stationsgebäude gab es hier einen weiteren, aus Kies geschütteten Bahnsteig (2) zwischen den Gleisen 2 und 3.
Wie an den meisten Stationen der Unterelbeschen Eisenbahn wurde das Angebot im Personen- und Güterverkehr gerne angenommen.
Besonders die erzeugenden- und produzierenden Betriebe vor Ort und in der Umgebung nutzten gerne die Möglichkeiten und Chancen die die Bahn ihnen bot!
Das gebot natürlich Handlungsbedarf, da die ursprünglichen Bahnanlagen nun langsam an die Grenzen ihrer Kapazität kamen.
Auch der Bahnhof Buxtehude vergrößerte sich nun um 1900 durch verschiedene zusätzliche Abstell- und Gütergleise.
Zwei der Gütergleise lagen direkt an einer Ladestraße mit Güterschuppen und Laderampe.
Auch wurde nun ein Wasserturm errichtet und in Betrieb genommen.
Im Jahr 1906 wurde in einem zweiten Bauabschnitt dann auch noch das Empfangsgebäudes erweitert.
Der längliche, eingeschossige Anbau wurde aufgestockt und zusätzlich mit einem Anbau erweitert.
Ferner wurden hier drei mechanische Stellwerke, Bf, Bo und Bx in Betrieb genommen.
Eines (Bf) direkt am Stationsgebäude, zwei weitere in eigens dafür gebaute Stellwerksbauten.
Am östlichen Stellwerk „Bo“ entstand die Schrankenanlage.
Nordwestlich des Stationsgebäudes baute die Bahn einen nun noch größeren Wasserturm, zwei Freiaborte, einen Postschuppen und einen Stall für die Eisenbahner.
Später wurden noch zusätzlich gleich westlich vom Empfangsgebäude eine Laderampe und ein Gleis mit Übersetzmöglichkeit für Culemeyer-Straßenroller eingerichtet.
Ein paar Worte zur BHE (Buxtehude-Harsefelder Eisenbahn)die hier zwingend erwähnt werden muß, gehört diese Eisenbahn auch zu Buxtehuder Bahngeschichte:
Am 19. Dezember 1928 eröffnete die Buxtehude-Harsefelder Eisenbahn die 14,8 km lange Bahnstrecke von Buxtehude nach Harsefeld.
Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde 1969 eingestellt, aber 1993 durch die EVB wieder aufgenommen.
Die Bahngesellschaft unterhielt gegenüber dem Empfangsgebäude der UEEG (DB) einen eigenen Bahnsteig mit dem Empfangsgebäude Buxtehude Süd.
Der Kleinbahnhof Buxtehude-Süd wurde ab dem 21.12.1928 von Zügen der Buxtehude-Harsefelder Eisenbahn (BHE) angefahren.
An die BHE schoss dann ein Gleisanschluss für das Birkel Nudeiwerk unmittelbar westlich des Bhf Süd an.
Die BHE unterhielt hier auch eine Vorstellgruppe.
Im Jahr 1993 ging die BHE in den Eisenbahnen und Verkehsbetrieben Elbe-Weser EVB auf.
Von der EVB wurde Anfangs die Strecke Buxtehude - Harsefeld - Bremervörde mit den alten VT 175 der BHE und mit dem Schienenbus VT 95 9112 (der erste Schienenbus Prototyp mit langem Radstand, der heutigen Moor Exress) bedient.
Später wurde dann auch weiteregehende Züge nach Bremerhaven angeboten.
Hier wurden Triebwagen der DB-Baureihe 628 genutzt.
Seit 2003 verstärken zweiteilige Triebwagen vom Typ Lint 41 die Bahn.
Die EVB war bis 2007 noch auf der Unterelbebahn bis nach Neugraben durchgebunden und hielten am DB- Bahnhof in Buxtehude.
Nach dem Fahrplanwechsel auf der Unterelbebahn im Jahr 2007 war Buxtehude der Endpunkt für die EVB Züge.
Die Umgestaltung der Bahnanlagen Buxtehudes im Jahr 2007, der leider das Empfangsgebäude Buxtehude-Süd der BHE zum Opfer fiel, hatte vor allem ein Umdrehen der Verbindungsgleise von der EVB zur DB zum Gegenstand.
Bis zum Umbau mußte über den Bhf Süd „gesägt“ werden, um mit denn EVB Zügen auf die DB-Gleise zu kommen.
Heute fahren die EVB-Züge direkt in den Bhf Buxtehude; ihr Gleis endet stumpf gegenüber G3, auf dem in Buxtehude endende S3 halten
Seit 2018 fahren im EVB Netz moderne Brennstoffzellen Triebwagen, die umweltfreundlich mit Wasserstoff angetrieben werden.
In Kürze wird die gesamte EVB Triebwagenflotte durch diese Züge ersetzt werden.
1960 wurde das Stellwerk Bx stillgelegt, während Bo und Bf bis zur Umstellung auf Fernsteuerung in Betrieb blieben.
Alle Buxtehuder Stellwerke waren mechanische der Bauart „Jüdel“.
In Jahr 1968 wurde der mittlere Bahnsteig im Zuge der Streckenelektrifizierung endlich verbreitert, befestigt und bekam ein Wetterschutzdach.
Am 29. April 2007 fuhr die erste Hamburger S-Bahn auf Probefahrt in den Bahnhof von Buxtehude ein.
Zum Fahrplanwechsel 2007 wurde die City (S) Bahn zwischen Stade und Neugraben eingestellt und von der Hamburger S-Bahn Linie S3 übernommen.
Den Betrieb auf der Unterelbebahn übernahm nun die Metronom Eisenbahngesellschaft von der DB Regio.
Zu diesem Anlass wurde der Bahnhof Buxtehude von der DB „Station und Service“ „ertüchtigt“ heisst auf das Wesentliche reduziert...
Die Bahnsteige wurden samt des Wetterschutzdachs renoviert.
Die nicht mehr benötigten Bahnhofshochbauten wurden abgerissen, auch der Bahnhof Süd der BHE wurde abgerissen, hier befindet sich heute die Busstation (ZOB).
An den Bahnhof Süd erinnert heute nur nch der Straßenname „Am Kleinbahnhof“.
Die Gleise hier am Bahnhof Süd wurden ebenfalls abgebaut, die weiteren Gleisanlagen der DB wurden auf das absolut Wesentliche reduziert.
1886 - Bahnhof Buxtehude, Gleisseite - koloriert
1900 - Bahnhof Buxtehude, Vogelschau - koloriert
1902 - Bahnhofshotel Buxtehude - koloriert
1904 - Pferdedroschken am Bahnhof Buxtehude - koloriert
1906 - Bahnhof Buxtehude - kolorisiert
1910 - Buxtehude, Bahngelände, Kloster Brauerei - koloriert
1910 - Buxtehude Bahnhofstraße - koloriert
1920 - Buxtehude, Bahnhof - koloriert
1931 - Buxtehude Bahngelände, Bahnhofstraße - koloriert
1954 - Bahnübergang Stader Chaussee in Buxtehude, Gleisanlagen - koloriert
1966 - Buxtehude Bhf., ankommender Zug - koloriert
1967 - Buxtehude Bhf., dunstiger Morgen - koloriert
1979 - Buxtehude - V200 Eldorado - koloriert
2005 - Buxtehude Süd, kurz vor Abriss - koloriert
Neukloster (1881)
Neukloster
Der Bahnhof, heutige ein S3 Haltepunkt, im Flecken Neukloster wurde durch die Unterelbe'sche Eisenbahn ebenfalls zur Eröffnung der ersten Teilstrecke der Unterelbebahn im April 1881 eröffnet.
Das Empfangsgebäude wurde als kleiner Ziegelrohbau gebaut, als Standardentwurf der UEEG für kleinere Haltepunkte an der Eisenbahnstrecke.
Das Empfangsgebäude hatte einen kleinen Warteraum mit außen liegendem Abort.
Ein kleiner Ersatzteil und Lagerschuppen vervollständigten die ersten Bahnanlagen.
Ein dem Bahnhof angeschlossenes Gütergleis lag an einer Rampe.
Ein kleiner Lagerschuppen wurde ebenfalls errichtet.
Für dden Stationsvorsteher und seine Familie und das Bahnpersonal wurde ein Wohnhaus mit Stallung und Schuppen, sowie ein Garten zur Verfügung gestellt.
Im Jahr 1910 / 1911 wurde die Station zum Bahnhof befördert, modernisiert und erweitert.
Auch die Güteranlagen des Bahnhof s wurden erweitert um ein weiteres Güter und Abstellgleis mit Güterschuppen, Ladestrasse und Laderampe.
In der weiteren Chronik diese Station gibt es bis 1986 nicht mehr viel zu berichten.
Im Zuge der betrieblichen Umstrukturierungen bei der DB bekam der Bahnübergang an der Joker Straße nun eine automatische Schrankenanlage, die von Neugraben aus gesteuert wurde / wird.
Wann die Güteranlagen abgebaut und der Güterschuppen abgerissen wurde ist unbekannt, das wird wahrscheinlich irgendwann in den 1990er Jahren geschehen sein.
Leider gibt es für die Station Neukloster an der Unterelbebahn im Netz nur sehr wenig zu recherchieren.
2006 / 2007 wurde die Station zu einer reinen S-Bahn Station umgebaut.
Ab Fahrplanwechsel 2007 halten an dieser Station nur noch die S-Bahnen der Linie S3 nach Stade und umgekehrt nach Pinneberg.
Auch wurde nun das alte Bahnhofsgebäude, welches heute noch steht, ausser Betrieb genommen.
Im Jahr 2016 wäre es am Bahnübergang Hedendorf , nahe Neukloster, bald zu einem folgeschweren Unfall gekommen, als ein Metronom hier mit einem Schulbus zusammenstieß.
Glück im Unglück war, dass die Busfahrerin und 60 Schüler den Bus noch verlassen konnten, bevor der stark abgebremste Zug immerhin noch mit 40 km/h mit dem Bus kollidierte.
1901 - Neukloster - Bahnhof mit Gasthaus - koloriert
1911 - Die Station Neukloster zum Bahnhof befördert - koloriert
1924 - Neukloster Gasthaus zum Bahnhof, J. Oetting - koloriert
1975 - Station Neukloster, Bahnübergang Jorker Straße - koloriert
Im Jahr 1982 passiert die 140 103 - 3 mit einem schweren Güterzug bestehend aus Zement- Silowagen an einem schönen Sommertag das Stellwerk Hn in Horneburg. Der Zug kam aus Hemmoor wo noch bis 1983 Zement hergestellt wurde. Bis Stade wurden der Zug "gedieselt", dann übernahm die E-Lok. Ein Jahr später wurden die Zementwerke in Warstade / Hemmoor endgültig geschlossen.
Original s/w Foto: Benno Wiesmüller, koloriert
Horneburg (1881)
Horneburg
Die Eisenbahn kam im Jahr 1881, 46 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth, mit der Eröffnung des erstes Teilstücks der Unterelbebahn nach Horneburg.
Der Bahnhof Horneburg wurde am 1.April 1881 von der „Unterelbe'schen Eisenbahngesellschaft“ in der damaligen Provinz Hannover in Betrieb genommen.
Von 1881 bis 1884 war die Bahnstrecke zwischen Harburg und Stade eingleisig, wurde aber bis 1884 zügig zweigleisig ausgebaut.
Die Eröffnung der 103,6 km langen Gesamtstrecke nach Cuxhaven war am 11. November 1881.
Im Kursbuch der UEEG wurde und wird die Strecke zwischen Harburg UE und Cuxhaven mit der Streckennummer 110 bezeichnet.
Das Horneburger Empfangsgebäude war ein üblicher Standardentwurf der UEEG aus Backstein, allerdings größer gebaut.
Der übliche eingeschossige Gebäudeteil war hier auf beiden Seiten jeweils von einem zweigeschossigem Flügelgebäude versehen.
Neben mehreren Nebengebäuden, einem Material- und Lampenschuppen und einem Spritzenhaus entstanden in der Nähe auch ein separates Abort.
Ein kleines Stellwerk (Hn), eher eine Wärterbude vervollständigten das Bahnhofsemsemble.
Der Güterbereich wurde von vornherein hier großzügiger geplant, auch wegen der vielen landwirtschaftlichen Betriebe in der Umgebung, deren Erzeugnisse hier verladen werden sollten.
Am Güterbereich der Station , bestehend aus Lade und Abstellgleisen, entstand ein großzügiger Güterschuppen mit einer Verladerampe und einem stationären Verladekran und Waage.
Auch Vieh wurde hier verladen für das eine Koppel mit einer Viehbucht gebaut wurde.
Wie an den meisten anderen kleinen Bahnhöfen verluden die Landwirte Horneburgs und aus den vielen umliegenden Gemeinden hier hauptsächlich Saatgut, Saat- und Speisekartoffeln sowie Zuckerrüben und Obst auf die Bahn.
In Horneburg wurde aussedem sehr viel Schlachtvieh verladen.
Mit der Bahn angeliefert wurden hauptsächlich Kohlen, Düngemittel, Baustoffe und landwirtschaftliche Maschinen.
Der kleine Ort Horneburg hatte zu Zeitpunkt der Bahnhofseröffnung nur sehr wenig Einwohner.
Heute liegt die Einwohnerzahl um 6300 Personen und ist die Hauptgemeinde einer Samtgemeinde einiger im Umkreis liegender Ortschaften.
Im 1907 wurde auf dem Horneburger Bahnhofsvorplatz feierlich ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch- Französischen Krieges 1870/71 enthüllt.
Noch heute erinnert dieses, durch den Denkmalschutz geschützte historische Denkmal, bestehend aus einem Findling mit Namensplatte und Bronzeadler, an die Gefallenen Soldaten von 1870 / 1871 und an die Reichsgründung.
1890 wurde die private "UEEG" von der Preußischen Staatsbahn, Eisenbahndirektion Hannover, übernommen.
Der Bahnhof bekam nun in ganzer Länge des einstöckigen Gebäudeteils ein Wetterschutzdach, der Bahnsteig wurde befestigt.
1904 wurde das Wärterstellwerk "Hn" erneuert und vergrößert.
1925 wurde der Mittelbahnsteig teilweise befestigt und gepflastert.
1937 das mechanische Fahrdienstleiterstellwerk "Hf" gebaut und in Horneburg in Betrieb genommen.
1968 wurde die Strecke Harburg - Stade elektrifiziert, der Bahnhof Horneburg wurde „ertüchtigt“, der Mittelbahnsteig wurde verbreitert und gepflastert.
1970 verliert der Bahnhof Horneburg seine Eigenständigkeit und wurde mit seiner Nebenstelle Dollern dem Bahnhof Buxtehude angegliedert.
1973, am 24. April ereignete sich kurz hinter dem Bahnhof Horneburg Eisenbahnunglück.
Ein aus Richtung Stade kommende Eilzug kollidierte am Bahnübergang Issendorfer Straße mit einem Lieferwagen.
Durch Unachtsamkeit des Schrankenwärters waren die Schranken nicht rechtzeitig geschlossen worden.
Die ersten Wagen eines von einer Diesellok geschobenen Zuges entgleisten.
Nach 100 m kollidierte der erste aus den Schienen gesprungene Wagen in einer leichten Linkskurve trotz Notbremsung mit einen Oberleitungsmast und stürzte die Böschung vom Bahndamm hinab.
Die nachfolgenden Wagen verkeilten sich in den Trümmern.
Mit Schneidbrennern und Brechstangen mussten die zum Teil eingeklemmten Fahrgäste von den Rettungskräften befreit werden.
Bei dem Unglück starben vier Menschen, mehrere wurden schwer verletzt.
Die Bergungsarbeiten, bei denen auch ein Bergungspanzer der Bundeswehr eingesetzt wurde, dauerten bis in die späte Nacht.
Seit 1985 wurde der betriebliche Ablauf der auf der Unterelbebahn verkehrenden Züge von den Stellwerken in Stade und Neugraben geregelt.
1986 wurde das Bahnhofsgebäude und der Güterschuppen geschlossen und an privat verkauft und sind heute noch erhalten.
1986 wurden die Stellwerke am Bahnhof Horneburg geschlossen.
Die Bahnhöfe ab Horneburg bis Stade wurden von Stade aus ferngesteuert, alle anderen von Neugraben aus.
1988 wurden die Stellwerke und Wärterhäuschen abgerissen.
Bis 2007 wurde der Bahnhof Horneburg barrierefrei umgestaltet, ein neuer P&R Bereich wurde geschaffen.
2007 wurde der Bahnhof mit der S-Bahn Linie S3 an das Hamburger S-Bahn-Netz angeschlossen.
Den Regionalverkehr nach Cuxhaven übernahm die Uelzerner Metronom Eisenbahngesellschaft, auch hier ist Horneburg Haltepunkt für den RE5.
Seit 2018 wird die Regionalverkehrslinie R5 von der Cuxhavener Eisenbahngesellschaft "Start-Unterelbe" betrieben, einer Tochter von DB Regio.
1901 - Horneburg Bahnhofsrestaurant. Biergarten auf Bürgersteig - koloriert
1908 - Horneburg Bahnhof, Personal Gruppenfoto - koloriert
1910 - Horneburg Bahnhof, Kriegerdenkmal 1870 / 1871 - koloriert
1912 - Horneburg, Zug aus Richtung Stade - koloriert
1928 - Efeu- Bahnhof Horneburg, Gleisseite von Süden - koloriert
1937 - Der mit Efeu bewachsene Bahnhof Horneburg - koloriert
1982 - Horneburg, Stellwerk Hn und Güterzug - koloriert
1982 - Horneburg, Stellwerk Hf, die Bahnstation im Hintergrund - koloriert
Dollern (1893)
Dollern
An der zum großen Teil auf dem Geestrücken und vor dem Urstromtal der Elbe liegenden Dörfchen Dollern, gelegen an der Bahnstrecke der Unterelbe'schen Eisenbahn, fuhren bis zum Jahr 1893 die Züge der Eisenbahn nur vorbei.
Das Bestreben der Gemeindeväter und der landwirtschaftlichen Betriebe für einen eigenen Bahnanschluß begannen schon zu Zeiten der UEEG, wurden aber erst nach Übernahme durch die Preußische Staatsbahn erhört.
1892, zwei Jahre nach der Übernahme der Strecke durch die Preußische Staatsbahndirektion Hannover, begann man mit dem Bau einer eigenen Bahnstation.
Mit der Errichtung des Bahnhofs Dollern wurde die Entwicklung von einer bis dahin landwirtschaftlich geprägten Gemeinde, durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben, vorangetrieben.
Heute bieten hier Handel und Gewerbe fast 500 Arbeitsplätze an!
Als Abfertigungsgebäude wurde ein eingeschossiger Fachwerkbau errichtet.
Mit Dienstraum und kleiner Wartehalle, draußen, wie damals üblich ein Abort („Plumpsklo“, aber das war damals gängiger Standard, zumindest an den kleneren Stationen).
Ein Ladegleis, an dem ein Güterschuppen mit Rampe stand, wurde hier ebenfalls gebaut.
Für die Bahnbeamten und deren Familien wurde ein Wohnhaus mit Garten, Stall und Brunnen errichtet.
Eine Viehkoppel mit Ladebucht sowie ein Geräte Kasten vervollständigten hier zunächst die Güterverladestation.
Um 1910 wurden die Güter- Verladeeinrichtungen erweitert.
1930 wurde das alte Abfertigungsgebäude abgerissen.
1931 / 1932 wurde ein neues, größeres, zweigeschossiges Abfertigungsgebäude errichtet.
Das Bahnhofsgebäude wurde noch bis 1986 genutzt, anschließend verkauft.
Heute befindet sich im Bahnhof eine Gastwirtschaft mit Restaurant und Biergarten sowie eine Fahrradhandlung mit Verleih und Reparaturwerkstatt.
Bis 2007 wurde die Station für den S-Bahn Verkehr ertüchtigt, u.a. wurde der Bahnsteig in Richtung Harburg auf die andere Seite der Schrankenanlage über die Landstraße verlegt, um hier die Wartezeiten an den Schranken für den Individualverkehr zu verkürzen.
Die S-Bahn Linie 3 verbindet Dollern heute mit Stade und über die Unterelbebahn auf der R5 mit Cuxhaven.
In die andere Richtung fährt den S3 nach Hamburg und Pinneberg.
Die Bundesstraße 73 führt durch Dollern und über die Landstraße 75 kommt man in das ‘Alte Land’ an der Elbe.
Zusätzlich mit eigener Anschlussstelle an die A26 hat Dollern, für ein Dorf mit ca. 2100 Einwohnern, also eine hervorragende Verkehranbindung.
Ein kleines Kuriosum am Rande:
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs von Dollern befindet sich genau genommen zu einem Teil auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Agathenburg.
Es ist ein unbestätigtes Gerücht, das im Schankraum der Thresen zur einen Hälfte in Dollern (links) und zur anderen Hälfte in Agathenburg (rechts) stehen soll.
Uns so sollen sich auch die Dollerer Kneipengäste auf der linken, die Agathenburger Kneipengäste dagegen auf der linken Seite des Thresen drängeln...
1910 - Bahnhof Dollern, Altländer Obst wird auf Bahn verladen - koloriert
1920 - Bahnstation Dollern, Gruppenfoto mit Soldaten - koloriert
1930 - Neubau Bahnhof Dollern, Efeubewuchs - koloriert
1975 - Bahnstation Dollern, Bahnübergang Jorker Straße - koloriert
Agathenburg (1890)
Agathenburg
Knapp drei Kilometer nordwestlich von Dollern befindet sich schon die nächste Station an der Unterelbebahn.
Hier hält heute die S3.
Aber kommen wir erst einmal zur Historie der kleinen Station:
Mit Übernahme der Unterelbebahn durch die Staatsbahn wurde 1890 in der kleinen Gemeinde Agathenburg, kurzt vor Stade gelegen, in Ziegelrohbauweise eine kleine Haltestation eröffnet.
Das kleine Empfangsgebäude hatte einen Dienst- und Warteraum.
Aussen liegend verfügte die kleine Station über das übliche Abort, eine Wagen- und einen Gerätekasten, einen Brunnen und eine Wärterbude.
1932 wurde der kleine Bahnhof umgebaut und renoviert.
Zur weiteren Geschichte der kleinen Station habe ich leider trotz intensiver Bemühungen leider nicht viel gefunden, kann da also auch nicht viel drüber schreiben.
Auf einem mit 1984 datierten Foto von Axel Thomforde ist das kleine, in Fachwekbauweise noch abgebildet, auf Fotos aus dem Jahr 1994 nicht mehr, da bestand die Haltestation aus zwei Bahnsteigen für die City Bahn (Vorläufer der S-Bahn) un zwei kleinen Wetterschutzhäuschen.
Es ist hier nicht überliefert, wann das kleine Bahnhofsgebäude abgerissen wurde.
Anzunehmen ist, dass das im Jahr 1986 geschah.
Da bin ich auf Eure Mithilfe angewiesen, würde mich da über ein paar Infos freuen.
Die weitere Geschichte:
Bis 2007 erfolgte dann die „Ertüchtigung“, sprich Umbau, zur heutigen S-Bahn Station im Verlauf der S-Bahn Linie S3.
1892 - Station Agathenburg bei Stade - koloriert
1984 - Station Agathenburg, Gruppenfoto Bahnbedienstete - koloriert
1984 - Gruß aus Agathenburg, zeitgenössische Postkarte - PK koloriert
1984 - Bahnstation Agathenburg, Haltepunkt City Bahn - koloriert
Nächste Station:
Stade, Staatsbahnhof
Das kolorierte Foto, welches den Abschluss auf dieser Seite bildet, zeigt die Stader Bahnanlagen der Unterelbe'schen Eisenbahn.
Das Foto wurde aus einem Fenster im Gebäude der ehem. preußischen Regierung gemacht, welches heute immer noch auf der Westseite der Bahnhofstraße steht.
Das Foto ist aus dem Jahr 1894 und zeigt die für die damaligen Verhältnisse an der Unterelbebahn die schon recht umfangreichen Bahnanlagen der Stader Bahnstation.
Seit vier Jahren ist die Unterelbe'sche Eisenbahn im Besitz der Preußischen Staatsbahn.
Auf der linken Bildseite erkennt man das alte Bahnhofsgebäude.
Der Standard Backsteinbau für das Empfangsgebäude der UEEG ist hier noch original erhalten, heisst nun aber schon Staatsbahnhof Stade.
Rechts neben dem Bahnhofsgebäude ist ein Wasserturm zu erkennen.
Das Brauchwasser für die Kessel der Dampflokomotiven wurde aus dem Wallgraben in den Wasserbehälter auf dem Turm gepumpt.
Etwas weiter rechts ist ein kleiner Güterschuppen zu erkennen.
Unten, im Vordergrund erkennt man das Dach des damaligen, einständigen Lokschuppens.
Wir blicken in östliche Richtung, hinten kommt die Rechtskurve mit der weiter nach Horneburg und Harburg führenden Bahnstrecke.
1898: Harburg Hbf
1902: Bhf Buxtehude
1906: Bhf Stade
1900: Bhf Cuxhaven